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Fliesen und Fugen reinigen: Schonende Pflege für keramische Oberflächen

· Norbert Huff
Fliesen und Fugen reinigen: Schonende Pflege für keramische Oberflächen

Saubere Fliesen wirken gepflegt – doch aggressive Reiniger und kräftiges Scheuern können besonders den Fugen zusetzen. Für die regelmäßige Reinigung keramischer Oberflächen reichen meist Wasser, ein passend dosierter Neutralreiniger und geeignete Tücher oder Bürsten. Entscheidend ist, den Schmutz gezielt zu lösen und anschließend vollständig aufzunehmen. Bei Kalk, Fett oder hartnäckigen Belägen lohnt es sich, zuerst die Ursache zu erkennen, bevor ein stärkeres Mittel zum Einsatz kommt.

Vor dem Reinigen: Fliese und Fuge berücksichtigen

Ein Reinigungsmittel muss zum gesamten Belag passen. Eine widerstandsfähige Fliesenoberfläche sagt noch nichts darüber aus, was die angrenzenden Fugen, Dekore oder Metallprofile vertragen.

Für die Auswahl helfen diese Unterschiede:

  • Glasierte Keramikfliesen: Meist genügt eine milde Reinigung. Scheuernde Schwämme können insbesondere empfindliche Glasuren und Dekore beschädigen.
  • Poliertes Feinsteinzeug: Beachten Sie die Pflegehinweise zur konkreten Oberfläche. Ob eine Imprägnierung erforderlich ist, hängt vom Produkt und einer möglichen werkseitigen Behandlung ab.
  • Strukturierte oder rutschhemmende Fliesen: In Vertiefungen bleibt leichter Schmutz zurück. Eine geeignete Bürste ohne Schleifkornzusatz unterstützt die Reinigung.
  • Zementäre Fugen: Sie reagieren empfindlich auf Säuren und brauchen deshalb besondere Rücksicht.

Naturstein ist gesondert zu behandeln: Eine Reinigungsanleitung für Keramik lässt sich beispielsweise nicht auf Marmor übertragen. Bei Materialkombinationen richtet sich die Mittelwahl nach dem empfindlichsten Bestandteil.

Prüfen Sie neue Reiniger zunächst an einer unauffälligen Stelle. Maßgeblich sind die Hinweise der Hersteller von Fliesen, Fugenmörtel und Reinigungsmittel.

Fliesen reinigen: Eine einfache Routine für den Alltag

Wie häufig gewischt werden muss, hängt von der Nutzung ab. Im Eingangsbereich fällt anderer Schmutz an als an einer Küchenwand. Für leichte Verschmutzungen genügt häufig lauwarmes Wasser. Bei Bedarf kommt ein niedrig dosierter, für den Belag geeigneter Neutralreiniger hinzu.

So gehen Sie vor:

  1. Losen Schmutz entfernen. Kehren oder saugen Sie Staub, Sand und Krümel vor dem Wischen auf.
  2. Reinigungslösung ansetzen. Halten Sie die angegebene Dosierung ein. Ein zusätzlicher Schuss Reiniger verbessert das Ergebnis nicht automatisch.
  3. In überschaubaren Abschnitten wischen. Verwenden Sie einen sauberen Wischbezug oder ein weiches Tuch. Wechseln Sie verschmutztes Wasser rechtzeitig.
  4. Anhaftungen schonend lösen. Unterstützen Sie die Reinigung bei Bedarf mit einer weichen Bürste. Die Lösung darf während der vorgesehenen Einwirkzeit nicht antrocknen.
  5. Schmutzwasser aufnehmen. Entfernen Sie die gelösten Rückstände gründlich und wischen Sie bei Bedarf mit klarem Wasser nach.

Diese sparsame Vorgehensweise entspricht den Reinigungs- und Pflegehinweisen des Bundesverbands Keramische Fliesen, die für den normalen Haushalt Wasser und bei Bedarf Neutralreiniger empfehlen.

Auf glänzenden Wandfliesen lassen sich verbliebene Tropfen mit einem sauberen, weichen Tuch abnehmen. Das vermindert sichtbare Wasserflecken.

Typische Verschmutzungen gezielt entfernen

Fett und Kochrückstände in der Küche

Frische Spritzer lassen sich meist leichter beseitigen als eingetrocknete Ablagerungen. Nehmen Sie Fett zunächst auf und reinigen Sie anschließend mit einem geeigneten Mittel nach.

Reicht ein Neutralreiniger nicht aus, kann ein für Fliese und Fuge freigegebener, mild alkalischer Reiniger helfen. Beachten Sie Verdünnung und Einwirkzeit. Schützen Sie angrenzende Materialien wie Aluminium oder lackierte Flächen entsprechend den Produkthinweisen.

Kalk und Seifenreste im Bad

Weiße Ablagerungen können durch Kalk entstehen; auch Seifen- und Körperpflegereste bilden Beläge. Ein saurer Kalklöser ist deshalb nicht für jede Verschmutzung die passende erste Wahl.

Versuchen Sie zunächst eine milde Reinigung. Ist tatsächlich ein Kalkentferner nötig, muss er ausdrücklich für die vorhandenen Materialien geeignet sein. Besonders wichtig ist dann der Schutz zementärer Fugen. Konzentrierte Essigessenz oder Zitronensäure direkt auf die Fugen zu geben, ist keine schonende Lösung.

Nach dem Duschen helfen Abziehen und Trocknen dabei, Wasserreste und damit neue Ablagerungen zu reduzieren.

Schlieren nach dem Wischen

Ein stumpfer Film bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Fliese beschädigt ist. Mögliche Ursachen sind überdosierter Reiniger, verschmutztes Wischwasser oder Rückstände schichtbildender Pflegeprodukte.

Wischen Sie zunächst gründlich mit frischem Wasser nach. Bleibt der Film bestehen, sollte die Art des Rückstands geklärt werden. Häufiger Produktwechsel oder zusätzliche Pflegemittel können die Beurteilung erschweren.

Fugen reinigen, ohne den Mörtel anzugreifen

Zementäre Fugen sind häufig der empfindlichere Teil eines Fliesenbelags. Wiederholt eingesetzte saure Reiniger können das Bindemittel angreifen. Die Fugen werden dadurch möglicherweise rau, verlieren Substanz oder waschen aus. Längere Einwirkzeiten und hohe Konzentrationen erhöhen die Belastung.

Für die regelmäßige Pflege eignet sich meist ein materialverträglicher Neutralreiniger. Arbeiten Sie mit einer weichen Fugenbürste und mäßigem Druck. Nehmen Sie den gelösten Schmutz anschließend mit sauberem Wasser und einem Tuch auf. Drahtbürsten, harte Scheuerpads und scharfkantige Werkzeuge sind dafür ungeeignet.

Wenn ein saurer Reiniger erforderlich ist

Lässt sich Kalk nur mit einem freigegebenen sauren Produkt entfernen, beachten Sie folgende Schritte:

  • Fugen vorher gründlich mit klarem Wasser vornässen.
  • Reiniger ausschließlich in der vorgeschriebenen Verdünnung anwenden.
  • Die zulässige Einwirkzeit einhalten und das Mittel nicht antrocknen lassen.
  • Anschließend gründlich mit klarem Wasser nachspülen.

Vornässen macht Zementfugen nicht säurebeständig. Es verringert die Aufnahme des Reinigers, ersetzt aber weder die Materialprüfung noch eine zurückhaltende Anwendung.

Elastische Silikonfugen und Reaktionsharzfugen benötigen jeweils passende Pflegeverfahren. Übertragen Sie die Hinweise für Zementfugen deshalb nicht pauschal auf andere Fugenmaterialien.

Hausmittel und Spezialreiniger bewusst einsetzen

„Natürlich“ bedeutet bei Reinigungsmitteln nicht automatisch materialschonend. Essig und Zitronensäure wirken sauer; Soda wirkt alkalisch. Auch selbst gemischte Pasten können Rückstände hinterlassen oder empfindliche Oberflächen mechanisch belasten.

Verwenden Sie verschiedene Reinigungsmittel nicht miteinander. Besonders gefährlich ist die Kombination chlorhaltiger Produkte mit sauren Kalkreinigern, weil dabei giftiges Chlorgas entstehen kann. Beachten Sie die Schutz- und Lüftungshinweise auf dem Etikett.

Zementschleier nach einer Neuverlegung gehört ebenfalls nicht zur gewöhnlichen Unterhaltsreinigung. Vor einer Behandlung müssen die vorgeschriebenen Aushärtezeiten des Fugenmörtels eingehalten werden. Stimmen Sie Mittel und Vorgehen bei Unsicherheit mit dem ausführenden Fachbetrieb ab.

Keramikfliesen pflegen: Schutz passend zur Oberfläche wählen

Glasierte und entsprechend oberflächenvergütete Keramik benötigt üblicherweise keine zusätzliche Imprägnierung. Bei bestimmten polierten oder unglasierten Produkten kann dagegen ein geeigneter Fleckschutz vorgesehen sein. Entscheidend bleibt die Freigabe des Fliesenherstellers.

Wachsartige oder rückfettende Pflegezusätze sind für viele keramische Beläge ungeeignet. Sie können Schichten aufbauen, Schmutz binden und die Trittsicherheit beeinträchtigen.

Kontrollieren Sie beim Reinigen auch den Zustand der Fugen. Sandende Stellen, Ausbrüche oder offene Anschlüsse sollten fachlich beurteilt werden. Mehr Reiniger behebt solche Schäden nicht; hier ist eine passende Reparatur erforderlich.